[Rezension] Hummeldumm von Tommy Jaud


                                   




Format: Taschenbuch
Seiten: 320
Verlag: Fischer Scherz Verlag
ISBN: 978-3502110378
Preis: 13,95 € 

















»Sitzreihe 12 war die letzte, die zwischen Tortellini und Hühnchen wählen durfte. Ich saß in Reihe 13. Schon auf dem Hinflug hätte mir klar sein können, dass der Jahresurlaub zum Albtraum wird.«

Wer an allem schuld ist, ist für Matze sowieso klar: seine Freundin Sina. Während er in endlosen Verhandlungen die neue Eigentumswohnung klargemacht hat, sollte sie einfach nur »irgendwas« buchen. Hat sie auch. Doch musste dieses »irgendwas« ausgerechnet eine zweiwöchige Gruppenreise durch Namibia sein, ein Land, in dem jede hüftkranke Schildkröte schneller ist als das Internet? Was hat er denn verbrochen, dass man ihn nun täglich in einen Kleinbus voller Bekloppter sperrt, um ihn dann zu österreichischen Schlagern über afrikanische Schotterpisten zu rütteln? Und warum stolpert er bei minus zwei Grad in einem albernen Wanderhut über die Dünen der Kalahari, statt auf Mallorca ein Bierchen zu schlürfen? Als Matze dann noch daran erinnert wird, dass die sicher geglaubte Wohnung an andere Käufer geht, wenn er nicht sofort die fünftausend Euro Reservierungsgebühr überweist, hat er gleich noch drei neue Probleme: Das nächste Internetcafé ist fünfhundert Kilometer entfernt, der Handyakku plattgedaddelt und das einzige Ladegerät fest in österreichischer Hand.

»Ich drücke meine Nase ans Busfenster und blicke hinaus ins weite Land. Die Namibier winken uns und lachen. Klar lachen sie, sie sind ja frei. Wir nicht. Wir sind die in Blech gepackte Rache für die deutsche Kolonialzeit.«


"Vollidiot" - was für die meisten Menschen ein Schimpfwort ist, müsste in Tommy Jauds Ohren wie Musik klingen. Denn mit "Vollidiot" landete er 2004 seinen ersten Bestseller, dem weitere folgen sollten. Mit "Resturlaub", "Millionär" oder "Hummeldumm" vergrößerte er seine Fangemeinde stetig. Dass er schreiben kann und Witz hat, bewies Jaud, der 1970 in Schweinfurt geboren wurde und heute in Köln lebt, schon Ende der 1990er-Jahre. Damals arbeitete er als Headwriter der Sat.1-"Wochenshow" und Anfang der 2000er-Jahre war er Creative Producer von Anke Engelkes preisgekrönter Sendung "Ladykracher". Dann kam besagter "Vollidiot" und mit ihm der Durchbruch als Schriftsteller.


Als ich mit Hummeldumm angefangen habe zu lesen, dachte ich dieses Buch ist so gar nicht meins. Ich konnte mich erst mit dem Prota und seiner Freundin nicht so anfreunden. Aber da ich bisher noch kein Buch abgebrochen habe, hab ich Hummeldumm weitergelesen und es letztendlich nicht bereut.

In Hummeldumm begleiten wir Matze und Sina auf ihren Jahresurlaub. Diesen hat Sina gebucht und bereits im Flugzeug ist Matze alles andere als begeistert. Und als er dann noch auf dem Flughafen auf seine weiteren Teilnehmer trifft ist er mehr als genervt. Sina hat eine Gruppenreise durch Namibia gebucht und die beiden sind die jüngsten ihrer Gruppe. Für Matze sind die anderen einfach nur Deppen. Und als er dann noch den „tollen“ Reisebus sieht, kann er fast gar nix mehr sagen. Wie soll er die Zeit auf den engen Raum mit dieser Truppe nur aushalten. Es werden seine schlimmsten 2 Wochen Urlaub die er sich nur vorstellen kann, so sieht zumindest Matze das.

Als ihm dann noch einfällt das er vergessen hat die Anzahlung für die neue Eigentumswohnung zu leisten, setzt er alle Hebel in Bewegung um diese Zahlung nachzuholen denn ansonsten ist die Wohnung einfach weg. So versucht er Handyempfang zu bekommen, kämpft mit leeren Handyakku und wäre da nicht noch der Steckdosenadapter.

Matze hat allerdings noch viel mehr erlebt auf seiner Reise. Aber dazu müsst ihr das Buch dann selbst lesen. Denn ich möchte euch nicht noch mehr vom Inhalt verraten.

Bahee, der Guide der Tour, war mir symphatisch. Er schien eine riesen Geduld mit der Truppe zu haben und hatte meist irgendeinen Spruch aufs Lager.

Auch konnte ich mich immer mehr mit Matze und Sina anfreunden, so das ich das Buch doch recht gern gelesen habe. Die Szenen waren immer wieder zu schmunzeln.

Ein Urlaub wie er nicht chaotischer hätte sein können.

Der Schreibstil war für mich auch recht angenehm zu lesen und man war relativ schnell durch mit dem Buch. Die Schriftgröße war in meiner Ausgabe auch recht angenehm. Nicht zu klein gehalten, genau passend wie ich fand. Das Cover mit dem Erdmännchen fand ich hier recht knuffig.

Hummeldumm bekommt von mir


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