[#AutorundBuch] Buchvorstellung "Stumme Narben"


Hallo Sterne,

einer neuer Mittwoch ist erreicht, die Woche teilt sich und damit gibt es auch heute wieder unseren #AutorundBuch Tag.

Bei Saskia konntet ihr bereits das Interview mit der Autorin lesen.

Ich möchte euch nun das erste Buch aus der Feder der Autorin Arwyn Yale vorstellen.

Fangen wir also an.


Titel: Stumme Narben
Autor: Arwyn Yale
Verlag: Selfpublishing
erschienen am: 11. Februar 2017
Seiten: 133
ISBN: 978-1520570174
ASIN: B06WP4DCH3
Preis: 2,99€ E-Book / 4,49€ Taschenbuch

Bei diesen Buch handelt es sich um eine Vorgeschichte zur Nathan O´Brian Reihe. Die Bücher können auch einzeln gelesen werden,da diese in sich abgeschlossen sind.

Hier nun noch der Klappentext für euch:

Um nach einem aufreibenden Fall zur Ruhe zu kommen, mietet Detective Inspector Nathan OʼBrian ein einsam gelegenes Cottage im Norden Englands. In einer stürmischen Nacht klopft ein kleines Mädchen an seine Tür, bis auf die Knochen durchweicht, hält sie einen Zettel in der Hand, auf dem lediglich ein Name steht: Kate Haddock. Das Mädchen spricht kein Wort, niemand im Ort kennt sie. Den Namen Kate Haddock jedoch kennt jeder. Die Fünfjährige ertrank vor dreißig Jahren, in einer ebenso stürmischen Nacht. Als Nathan O'Brian sich in die Ermittlungen einmischt, wird ein Mordversuch auf die einzige Person verübt, die Licht ins Dunkle bringen könnte ...

Hier gibt es noch eine Leseprobe für euch:

Die Hände fest um die Stuhlbeine geschlungen, lag sie flach atmend auf dem Bauch und blinzelte durch die beiden Pflanzenkübel hindurch, die ihre Mutter erst am Morgen dorthin gestellt hatte. Sie hatte diese Stelle gleich als Versteck erkoren. Über ihr der Tisch, vor ihr die Kübel und rechts und links jeweils ein Sessel und eine Kommode. In diesem Haus konnte man gar nicht genug Verstecke haben. Jedenfalls, nicht wenn der Böse, wie sie ihn nannte, wieder getrunken hatte. Und in letzter Zeit trank er oft.

Grelle Blitze flackerten im halbdunklen Raum und tauchten die Möbel in unheimliche Schatten. Ihre Mutter war gegen die Wohnzimmerlampe gefallen, nachdem der Böse sie so heftig geohrfeigt hatte, dass sie erst gegen den Couchtisch gestoßen und dann die Lampe umgerissen hatte, bevor sie schreiend und flehend zu Boden ging, die Hände schützend vor ihr Gesicht haltend.

Das Donnergrollen verschluckte seine Flüche. Ihre Mutter schrie auf, als er ihr in den Bauch trat. »Wo ist sie, du Miststück?«

»Nicht hier. Bitte, lass sie in Ruhe! Bitte!«

Sie kniff die Augen fest zu, als sie sah, dass er erneut mit dem Fuß ausholte.

Er bringt sie um, dieses Mal bringt er sie um!

»Ich warne, dich, Kitty! Wenn du mir nicht sofort sagst –« Ein ohrenbetäubender Knall ließ das ganze Haus erzittern. »Scheiße, der ist eingeschlagen!« Irgendwo hinten im Haus hörte sie etwas knistern. Sie öffnete die Augen und sah, wie sich die schwarzen Stiefel Richtung Flur bewegten. Ihre Mutter stöhnte. Ohne lange zu überlegen, lief das Mädchen zu ihr und erschrak über das blasse Gesicht. Die Augen waren blutunterlaufen. Aus dem Mund rann ein mit Blut vermischter Speichelfaden. Der magere Körper zitterte.

»Los, hol mir was zu schreiben, schnell.« Ihre Stimme war kaum mehr als ein Flüstern.

Das Mädchen rannte zur Kommode, holte Zettel und Kugelschreiber aus der Schublade.

Mit angehaltenem Atem sah sie zu, wie ihre Mutter ungelenk Buchstaben auf das Papier kritzelte.

»Er kommt zurück«, flüsterte ihre Mutter, schluckte schwer und hielt dem Mädchen den Zettel hin. »Lauf damit in das Dorf. Es ist wichtig, dass du auf die andere Seite des Waldes gelangst. Komm nicht zurück, hörst du? Gib das dem ersten Menschen, den du siehst. Hast du verstanden? Klettere durch das kaputte Fenster, was ich dir vorhin gezeigt habe.« Die Stimme klang fest und ungewohnt streng. Das Mädchen nickte, doch gerade als es nach dem Zettel greifen wollte, hörte sie hastige Schritte vom Flur. »Lauf!«, flüsterte ihre Mutter. Das Mädchen riss beim Greifen den Zettel entzwei und steckte das übrig gebliebene Stück Papier in ihre Hosentasche, dann rannte sie so schnell sie konnte die Treppe in den Hauswirtschaftsraum hinunter.

Es war stockfinster, doch sie wusste, wo jeder einzelne Gegenstand lag, wo die Treppe endete und wo die Gefriertruhe stand, auf die sie steigen musste, um das Fenster zu erreichen. Es war winzig, führte aber in den Garten. Zum Glück gab er ihr nicht so viel zu essen, sonst würde sie vermutlich gar nicht hindurch passen.

Von oben ertönten Schreie. Sie zuckte zusammen, stieg über den Korb mit Äpfeln, der immer neben der Treppe stand und kletterte auf die Gefriertruhe. Einen Moment lang hielt sie inne und lauschte. Ihre Mutter schrie in immer kürzeren Intervallen. Übelkeit stieg in ihr auf. Er würde sie totschlagen, und das nur, weil sie sich versteckt hatte. Wenn sie zurückging, würde er ihre Mutter vielleicht in Ruhe lassen. Ihre zitternden Hände griffen nach dem Fensterrahmen. Was soll ich tun? Was soll ich tun? Tief Luft holen … Sie musste auf ihre Mutter hören, sie musste Hilfe holen. Mit den Fingerspitzen betastete sie die Scheibe. Irgendwo am Rand war ein gewaltiger Riss, der sich fast bis zur Mitte durchzog. Wenn sie die Scheibe eindrückte, konnte sie durch die schmale Öffnung nach draußen gelangen. Mit dem nächsten Donner, der unmittelbar auf den Blitz folgte, stieß sie mit ihren nackten Füßen gegen das kalte Glas. Es knirschte und knackte, dann gab der Widerstand nach. Sie spürte einen stechenden Schmerz am linken Zeh und etwas Warmes, das ihren Knöchel hinunterlief, doch sie hatte keine Zeit, sich mit der blutenden Wunde zu beschäftigen. Sie nahm den Handfeger vom Regal über der Truhe und befreite den Fensterrahmen von den restlichen Scherben, die sie beim Hindurchklettern verletzen könnten. Beim Aufleuchten eines weiteren Blitzes glitt sie wie eine Schlange durch die Öffnung, stieß sich mit den Händen vom Rasen ab und rannte in den Wald. Sie wusste, dass dort irgendwo das gruselige Haus stand, das er ihr auf einer Fotografie gezeigt hatte. Dort, wo die schlimmen Dinge passiert waren mit den Kindern. Sie wusste, dass sie dort auf keinen Fall hingehen durfte, dass sie auf die andere Seite des Waldes gelangen musste.

Trotz des stechenden Schmerzes in ihrem linken Fuß traute sie sich nicht, langsamer zu werden.

Ihr Atem stieß kleine Wölkchen in den Nachthimmel. Es war kalt für Ende April, sie trug nur einen Pullover und eine Jeanshose. Immer wieder schlugen ihr Zweige ins Gesicht, sie spürte kahle Sträucher ihre Wangen zerkratzen, doch sie durfte nicht langsamer werden. Wenn er das kaputte Fenster im Keller sah, würde er ihr nachlaufen.

Und er war so viel schneller als sie.

Ein weiterer Blitz erhellte den Nachthimmel, doch der darauffolgende Donner ertönte erst nach wenigen Sekunden. Das Gewitter zog weiter. Sie rannte, spürte wie ihr linker Fuß wegknicken wollte, doch sie ignorierte sowohl die Seitenstiche als auch die pochende Wunde. Als die Bäume sich lichteten, wurde der Boden matschiger. Bevor sie reagieren konnte, rutschte sie in einer Pfütze aus und landete seitlich neben einer Kastanie. Schwer keuchend hievte sie sich hoch. Erst jetzt merkte sie, wie erschöpft sie war. Ihr gesamter Körper schmerzte. Sie hielt sich die stechenden Seiten, beugte den Oberkörper, um besser Luft zu bekommen. Als sie ein Knacken dicht hinter sich hörte, zuckte sie zusammen und presste sich hinter den dicken Stamm der Kastanie. Mit angehaltenem Atem lauschte sie in die Dunkelheit. Die Blitze ließen nach. Bald würde sie nicht einmal mehr ihre Hand vor Augen erkennen.

Im Baum gegenüber leuchteten zwei helle Punkte auf. Instinktiv hielt sie sich die Hand vor den Mund, um einen Schrei zu unterdrücken. Dann wurde ihr klar, dass es ein Uhu sein musste, doch die Angst ließ nicht von ihr ab. Ihre Knie zitterten, ihr Herz raste und egal wie viel Luft sie einatmete, sie schien nicht genug Sauerstoff zu enthalten.

Nach wenigen Minuten zwang sie sich, weiterzugehen. Es hatte keinen Sinn mehr zu laufen, ohne Blitze war die Nacht pechschwarz.

Die Leseproben ist zu finden auf Arwyn ihren Blog.

Um 12 Uhr stellt euch Saskia den ersten Band der Reihe vor.



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